Kombi-Mulch

 In Mulcharten

Im „Kombi-Mulch-Verfahren” kommen Insitu- und Transfermulch gleichzeitig zum Einsatz. Die optimale Bodenstruktur beim Insitu-Verfahren und die Nutzung des Mulchmaterials an Ort und Stelle werden ergänzt durch sichere Unkrautunterdrückung, zeitliche Flexibilität und die Düngewirkung des Transfermulchs. Der Ablauf: Zwischenfrucht abschlegeln, danach mit Transfermulch nachstreuen.

Der Ablauf

1. Zwischenfruchtaussaat

Die Aussat der Zwischenfrucht erfolgt wie im Insitu-Mulch-Verfahren. Auch sehr späte Aussaten im Herbst können hier noch vorgenommen werden. Es ist jedoch unbedingt auf eine gute Bodenstruktur zu achten, da vor der Pflanzung der Hauptkultur keine Bodenbearbeitung mehr vorgenommen wird.

2. Zwischenfrucht abschlegeln

In diesem Verfahren wird die Zwischenfrucht mit einem Schlegelmulcher abgemulcht. Dies hat den Vorteil, dass das Pflanzenmaterial schneller umgesetzt werden kann, als wenn die Zwischenfrucht durch eine Walze niedergelegt wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Transfermulch engeren Bodenkontakt hat und somit auch besser umgesetzt werden kann.

3. Transfermulch nachstreuen

Nach dem die Zwischenfrucht abgeschlegelt worden ist, kann mit Transfer-Mulch nachgestreut werden. Möglicher Durchwuchs von mehrjährigen Unkräutern oder der Zwischenfrucht selbst, wenn sie noch nicht in Blüte war, wird dadurch verhindert.

4. Direktpflanzung in Insitu- und Transfer-Mulch

In die kombinierte Mulchschicht kann nun mit dem MuroCut hinein gepflanzt werden. Ob eine Unterfußdüngung notwendig ist, muss je nach Material des Transfer-Mulchs berechnet werden.

Die Vorteile

Nicht immer ist es möglich im Gemüsebau eine optimale Zwischenfrüchte für die reine Direktpflanzung auszusäen. Bei Aussaten im November etablieren sich die Zwischenfrüchte oft nicht mehr zu einem dichten Bestand mit ausreichend Biomasse. Auch ist es vom Arbeitszeitfenster nicht immer möglich die Zwischenfrüchte frei von Gräsern zu halten. Des Weiteren benötigen manche Kulturen eine frühere Pflanzung und können nicht auf die Blüte der Zwischenfrucht warten. Für diese Fälle ermöglicht das Kombi-Mulch-Verfahren trotzdem eine Direktpflanzung. Die fehlende Biomasse in der Zwischenfrucht wird durch Transfermulch ergänzt. Unkräuter, die u. U. in der Zwischenfrucht mit aufwachsen werden durch das Nachstreuen mit Transfermulch unterdrückt und das Wiederaustreiben der Zwischenfrucht, weil sie vor der Blüte abgeschlegelt wurde wird durch den Transfer-Mulch verhindert.

Weitere Vorteile sind zum Einen, dass weniger Transfer-Mulch als im reinen Transfer-Mulch-Verfahren ausgebracht werden muss, da die Zwischenfrucht schon einen Teil liefert. Zum Anderen ist ein größerer Düngeeffekt durch den Transfer-Mulch gegeben, somit kann die Düngemenge je nach Kultur und Mulchmaterial stark reduziert werden.

Dieses Verfahren bietet somit einen weniger risikobehafteten Einstieg in die Direktpflanzung.

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