Transfermulch

 In Mulcharten

„Transfer-Mulch” ist Pflanzenmaterial, welches von einer Geberfläche auf eine Nehmerfläche transportiert wird. Auf der Nehmerfläche wird der Boden wie üblich bearbeitet und das Pflanzenmaterial als Mulch zur Unkrautunterdrückung, Düngung und zum Bodenaufbau ausgebracht. Als Mulchmaterial kann frisches oder konserviertes Pflanzenmaterial verwendet werden. Nach dem Ausstreuen wird direkt in die Mulchdecke gepflanzt.

Mulchmaterial und Qualität

Als Mulchquellen für den den Transfer-Mulch bietet sich insbesondere das Kleegras an, da dies oft in der Fruchtfolge vorhanden ist und auf viehlosen Betrieben oft keine Verwendung findet. Aber auch Grünlandschnitt und Zwischenfrüchte wie Wickroggen eignen sich gut als Mulchmaterialien. Die Pflanzen sollten in der Blüte geschnitten werden, denn später besteht die Gefahr, dass sich schon Samen gebildet haben, die in den Gemüsekulturen keimen und aufwachsen. Vor Allem bei Grünlandschnitt ist dies zu beachten. Stroh als Mulchmaterial ist generell kritisch zu betrachten, da es oft mit Unkrautsamen und Ausfallgetreide kontaminiert ist. Außerdem ist hier auf Grund des weiten C/N-Verhältnises keine Nährstofffreisetzung zu erwarten.

Bei der Zusammenstellung des Mulchmaterials ist auf Vielfalt zu achten. In Mischungen dienen Gräser als Strukturbildner, Leguminosen als Stickstofflieferanten. Auch Kräuterzusätze sind sinnvoll, um ein Vielfalt an Nährstoffen zu bieten. Die Schnittlänge des Materials ist so zu wählen, dass ein Luftaustausch mit dem Boden stattfinden kann. Die optimale Schnittlänge liegt zwischen 5 und 15 cm und sollte bei feinerem Material, wie Kleegras länger, und bei groben Material, wie Wickroggen kürzer gewählt werden.

Nährstoffgehalte

Unter der Mulchschicht kann man Feinwurzeln der Kultur beobachten, die aus dem Boden heraus in die Grenzschicht zwischen Boden und Mulchdecke wachsen. Bei feuchter Witterung wachsen diese sogar in die Mulchschicht hinein. In der Natur ist es normal, dass der Boden mit organischem Material bedeckt ist. Vorallem Stickstoff wird so den Pflanzen zur Verfügung gestellt – er wird nicht in den Boden eingearbeitet. Wenn der Boden jedoch öfters in der Saison gehackt wird, werden diese Feinwurzeln zerstört. Sie sind jedoch wichtig für eine gesunde Aufnamhe von Stickstoff, schon in der Ammoniumphase der Mineralisierung.

Die genannten Mulchmaterialien beinhalten Nährstoffe, welche in der Düngeplanung zu berücksichtigen sind. Folgende Tabelle zeigt die Stickstoffgehalte in verschiedenen Mulchmaterialien und die Anrechenbarkeit des Stickstoffes in Abhängigkeit zum C/N-Verhältnis. Die Daten stammen aus Versuchen auf unserem Betrieb Bio-Gemüsehof Dickendorf.

ManagementEs ist wichtig das Nährstoffangebot durch den Mulch dem Bedarf der Kultur anzupassen. Dafür sollten die Nährstoffgehalte der eigenen Materialien durch Analysen geprüft werden, da die Materialien starken Schwankungen unterliegen. Tendenziell ist jedoch ein Kleegras eher für Starkzehrer, ein Grünlandschnitt für Mittelzehrer und eine Getreidezwischenfrucht für Schwachzehrer geeignet.Beim Einsatz der genannten Materialien kommt es zu einem Überschuss im Sommer und Herbst und zu einem Mangel im Frühjahr. Das ist dadurch bedingt, dass der Hauptteil der Gemüsekulturen kurz vor dem ersten Schnitt im Mai gepflanzt wird. Im Sommer und Herbst erfolgt dann jeweils ein Schnitt in einer Zeit wo nur wenig gepflanzt wird. Diese Differenzen können ausgeglichen werden, indem die Materialien konserviert werden. Die Verwendung von zugekauftem Heu hat den Nachteil, dass Unkraut- und v. a. Grassamen eingeschleppt werden können, wenn spät geschnitten wurde. Bei Silage ist jedoch auf die Ammoniak-Ausgasungen zu achten. Dieses Gas beschädigt die Pflanzen. Deshalb sollte mit der Pflanzung ein bis zwei Wochen nach dem Streuen gewartet werden. Auch Regen oder Bewässerung lässt diese Gase verschwinden, sodass direkt nach einem Regen gepflanzt werden kann.Um eine Unkrautunterdrückung sicher zu gewährleisten, muss die Mulchauflage dick genug sein – mindestens 7-10 cm Auflage sind erforderlich. Das entspricht etwa 15 t Trockenmasse pro ha. Beim Streuen sind feste Fahrspuren anzulegen, die auf die Beete abgestimmt sind. Dies ist wichtig, da das Streuen die letzte Überfahrt vor der Pflanzung ist.Aus diesem Bedarf an Mulchmaterial ist nun auf den Flächenbedarf an Geberflächen zu schließen. Sinnvoll sind innerbetriebliche Ertragsmessungen, da die Erträge je nach Standort, Schnitt und Schnittzeitpunkt stark variieren können. Bei Kleegras und Grünland kann pro Schnitt von einem Flächenverhältnis von drei Anteilen Kleegras zu einem Anteil Gemüsefläche ausgegangen werden, bzw. von einem Flächenverhältnis von etwa 1:1 bei drei Schnitten pro Jahr. Bei Zwischenfrüchten wie z.B. Wickroggen beträgt das Flächenverhältnis etwa nur 1,5:1.
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